Heilstätten Sorge

Lost Places

Johanniter Heilstätte Sorge

1899 wurde der Bau der Heilstätten durch den Johanniter Orden beschlossen.

Ermöglicht werden sollte der Bau durch eine private Spende eines Adeligen aus dem Jahr 1895.

Jener wünschte eine Errichtung eines Krankenhauses im Regierungsbezirk Erfurt,

Die Baumaßnahmen gestalteten sich angesichts des felsigen Untergrundes und der starken Bewaldung des 45 Morgen großen Gebietes äußerst schwierig.

Der Johanniter Orden pachtete das Gelände zunächst für 50 Jahre.

1902 wurden die ersten Patientinnen empfangen. Das Haus war für 60 weibliche Patienten im Jahr, mit 12 Betten ausgelegt.

1903 wurde ein Wohnhaus und ein Wirtschaftsgebäude auf dem Areal errichtet.

1906 wurde die Stromversorgung hergestellt. Gleichzeitigt wurden die Betten auf 72 aufgestockt.

Der Chefarzt, welcher zwischen 1908 und 1940 die Klinik leitete, galt als besonders streng.

1909 schaffte der Orden auf Wunsch des Chefarztes einen Röntgenapparat und einen Pneumothorax Apparat an.

Weitere technische Neuerungen und Modernisierungen folgten auch die Jahre darauf.

1926 kaufte der Orden das Gelände und löste damit den Pachtvertrag auf.

Ab 1927 konnten in der Klinik bereits chirurgische Eingriffe vorgenommen werden.

Die Bettenkapazität steigerte sich in den Jahren darauf auf 180.

Die Kurkosten waren unter dem sozialen Aspekt, den der Orden verfolgte, auch für damalige Zeiten bereits extrem günstig.

Minder bemittelte Kundinnen profitierten sogar von Zuschlägen aus der Ordenskasse oder gar von einem Freibett.

In den Kriegsjahren lief der Betrieb uneingeschränkt weiter.

Ab 1951 wurden keine Operationen mehr durchgeführt.

Seit 1961 ging die Belegung drastisch zurück, da die Tuberkuloseerkrankungen, wegen besserer Hygiene, zurückgingen.

Um dem entgegen zu wirken, wurden ab 62 auch männliche Patienten aufgenommen.

Zu Zeiten der DDR musste der Johanniterorden seine Liegenschaften an die evangelische Landeskirche abtreten.

Im November 1967 wurde diese dann von der Bezirksregierung Magdeburg davon in Kenntnis gesetzt, dass künftig keine diakonischen Zwecke mehr auf dem Gelände verfolgt werden dürfen und dass dieses bis zum 31.12.1967 zu räumen sei.

Dem folgte die Kirche. Es wurde mit der Stadt Wernigerode ein Mietvertrag über 65.000 Mark jährlich geschlossen.

Diese vermietete das Gelände dann an die NVA unter.

Ab 1968 wurde das Gelände dann als NVA Erholungsheim weiter genutzt.

Mit dem Ende der DDR änderten sich die Verhältnisse drastisch. Der Untermietvertrag wurde durch die Bundeswehr

übernommen, welche jedoch kein Interesse am Gelände hatte und den Mietvertrag fristgerecht kündigte.

Die Rückübertragung durch das Bundesvermögensamt an den Johanniterorden erfolgte sogleich.

Angesichts der nötigen Investitionen, um das Klinikum dem Weststandard anzupassen, sah sich der Orden jedoch ausser Stande das Projekt in die Hand zu nehmen.

Geplant wurde nun eine Nutzung als Kinderheim, SOS-Kinderdorf oder Müttergenesungsanstalt.

Ein Kaufinteressent bot dem Orden einen Betrag in Höhe von 2 Mio DM für die Anlage an.

Der Orden wollte jedoch mindestens 3 Mio dafür erzielen. Leider fand sich niemand der einen solchen Betrag locker machen wollte. So verkaufte der Orden das Areal dann im Jahr 2000 für 90.000 DM an einen Käufer.

Dieser konnte keinerlei Nutzungskonzept vorweisen.

Es hielten die Gerüchte einzug, der Kauf habe nur stattgefunden, um Fördergelder zu erhalten.

Das Gelände wurde mit anderweitiger Investition der Fördergelder an den Verein Schloss Ochsenberg verkauft.

Dieser wollte eine Heilstätte für AIDS-Kranke einrichten. Es wurde mit den umfangreichen Bauarbeiten begonnen.

Leider wurden von der Baustelle über Nacht sämtliche angeschaffte Treppengeländer, Kabel, Heizungsrohre und Kanaldeckel und weitere werthaltige Gegenstände gestohlen, so dass das Projekt aus Geldmangel nicht weiter durchgeführt werden konnte.

Am 15. Mai 2007 brannte schließlich der Dachstuhl des Hauptgebäudes.

Die Löscharbeiten konnten nicht durchgeführt werden, da der Aufstellort für die Drehleiter mit Bauschutt und Gerümpel versperrt war. Zudem war das Gebäude nur bis zum 3. Stock zugänglich.

Das Dach wurde anschließend notdürftig repariert.

Als Nachnutzung wird derzeit ein Umbau in einen Ferienpark ins Auge gefasst.

Auf dem Gelände fanden bereits umfangreiche Rodungsarbeiten statt.

Das Gebäude ist derzeit rund um die Uhr bewohnt und bewacht, um den Vandalismus zu unterdrücken.

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